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Über den Roten Stöckelschuh
Sexarbeiter*innen-freundliche Adressen, Praxen & Orientierung in ganz Deutschland.
„Ist der Rote Stöckelschuh an der Tür, bedeutet das: Hier wird freundlich mit Sexarbeiter*innen umgegangen. Hier muss niemand Angst vor Ablehnung wegen des Berufs haben. Hier kann sich ohne Gefahr geoutet werden.“
Initiative & Technische Realisierung
Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V. (BesD e.V.)
Der BesD vertritt als bundesweite Selbstvertretungsorganisation die Interessen und Rechte von Sexarbeiter*innen in Deutschland. Das Projekt Roter Stöckelschuh wurde vom BesD ins Leben gerufen, um Barrieren in der Gesundheits- und Versorgungslandschaft abzubauen.
Powered by VyceON GmbH
Die Konzeption, barrierefreie Software-Architektur und technische Bereitstellung als hochmoderne Web-App werden durch die VyceON GmbH realisiert. Das Angebot bleibt für Sexworker:innen für immer kostenlos, werbefrei und redaktionell unabhängig.
Warum engagiert sich die VyceON GmbH für den Roten Stöckelschuh?
In der digitalen Landschaft der Intimitäts- und Sexarbeitsbranche herrschen oft Missstände: Herkömmliche Portale behandeln Tätige wie austauschbare Ware, verkaufen Standort- und Kontaktdaten an Werbetracker und bieten nahezu keinen Schutz vor digitaler Gewalt, Doxxing oder Stalking.
Die VyceON GmbH entwickelt moderne, datensparsame Software-Infrastrukturen und vertritt eine eindeutige Haltung: Sexarbeit ist ein selbstbestimmter, legaler Beruf, der erstklassige, diskrete und schützende Technologie verdient.
Die fachliche und politische Führung liegt allein beim Berufsverband (BesD e.V.). Es gibt keine kommerziellen Einflussnahmen auf Inhalte, Adressprüfungen oder Empfehlungen.
Alle Werkzeuge auf dieser Plattform verarbeiten Daten lokal in deinem Browser. Wir monetarisieren keine Nutzerdaten und setzen keine Profiling-Cookies.
Wer seine behördlichen Bescheinigungen verschlüsselt sichern oder diskrete Fristen-Erinnerungen nutzen möchte, erhält über VyceON SAFE dauerhaft kostenlose Schutzwerkzeuge ohne Abo.
Roter Stöckelschuh ist und bleibt gemeinnützig ausgerichtet, für alle Sexworker:innen frei zugänglich und barrierefrei nutzbar.
Das 7-Punkte-Leitbild
Ziel des Projekts ist die Überwindung struktureller Stigmata. Wir lehnen die Kriminalisierung von Sexarbeit ab und stehen mit unserer Arbeit für einen Ansatz der Harm Reduction sowie der Stärkung von Rechten und Ressourcen:
Sexarbeit ist Arbeit
Sexarbeiter*innen sollen als Erwerbstätige bzw. Selbstständige anerkannt werden. Ihre Tätigkeit ist Arbeit und begründet denselben Anspruch auf soziale Sicherung, Schutz und gesellschaftlichen Respekt.
Sexarbeit ist divers
Die unterschiedlichsten Menschen gehen aus vielfältigen Gründen der Sexarbeit nach – unabhängig von Alter, Herkunft, Identität, Orientierung, Körper oder Glauben.
Körperliche und sexuelle Selbstbestimmung
Darüber, ob und wie Sexarbeit stattfindet, entscheiden Sexarbeiter*innen nur selbst. Kein anderer Mensch hat ein Recht auf einen Eingriff in diese Selbstbestimmung.
Respekt, Wertschätzung und Professionalität
Sexarbeiter*innen verdienen vorurteilsfreien Respekt bei allen Dienstleistungen Dritter – in Praxen, Kliniken, Beratungsstellen, Behörden, Kanzleien und Steuerberatungen.
Frei von Gewalt, Verachtung und Vorurteilen
Ein professioneller Umgang schließt Abwertung, moralische Belehrungen oder herabwürdigende Fragen konsequent aus.
Sensibler und transparenter Datenschutz
Diskretion ist existentiell: Höchste Vertraulichkeit bei persönlichen Angaben, keine Stigmatisierung in Patientenakten und kein Tracking.
Ganzheitlicher Blick ohne Reduzierung
Sexarbeiter*innen werden nicht auf ihren Beruf reduziert. Sie haben vielfältige persönliche und gesundheitliche Anliegen wie alle anderen Menschen auch.
Entstehungsgeschichte
Die Initiative entstand 2017 durch die Gynäkologin Dr. med. Dorothee Kimmich-Laux († 2022), die in der Hamburger Beratungsstelle Ragazza gynäkologische Sprechstunden für drogenkonsumierende Sexarbeiterinnen anbot. Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG) brachte sie gemeinsam mit Lena Morgenroth (BesD e.V.) den ersten Sticker mit dem Roten Stöckelschuh für Praxistüren auf den Weg.
Aus der gynäkologischen Initiative in Hamburg wuchs die bundesweite Datenbank, die heute alle Fachbereiche – von Allgemeinmedizin und Kliniken über Fachberatungsstellen bis hin zu Steuer- und Rechtsberatung – umfasst.
Was dich auf der Plattform erwartet
Adressen & Praxen
Bundesweite Datenbank mit sexarbeiter*innen-freundlichen Fachpraxen, Beratungsstellen und Anlaufstellen.
Rechte & Rechtswegweiser
Verlässliche rechtliche Orientierung nach Bundesland, Stadt und Tätigkeitsform mit Primärquellen.
Gesundheit & Prävention
HIV- und STI-Tests, gynäkologische Versorgung, psychosoziale Angebote und barrierefreie Hilfen.
Sicherheit & Notfall
Schutz vor Übergriffen, digitale Selbstverteidigung und direkte Notfall-Soforthilfe rund um die Uhr.
Praxisleitfaden & Fachmaterial
Handlungsleitfaden für medizinisches Personal, Tür-Sticker und mehrsprachige Flyer für Praxen.
Kostenlos, diskret und ohne Registrierung
- Alle Adressen und Orientierungshilfen sind frei und ohne Registrierung zugänglich.
- Kein Login, keine Cookies, keine Werbetracker, keine Bezahlschranken.
- Alle Tools und Berechnungen laufen zu 100% lokal im Browser auf deinem Endgerät.
Soforthilfe in Notfällen
In akuten Gefahren- und Krisensituationen erreichst du sofort Unterstützung:
- PolizeiNotruf, rund um die Uhr110
- Rettungsdienst und FeuerwehrNotruf, rund um die Uhr112
- Hilfetelefon Gewalt gegen Frauenkostenlos, anonym, rund um die Uhr; für Frauen, Beratung in 18 Sprachen116 016
- Hilfetelefon Gewalt an Männernkostenlos, anonym; Mo–Do 8–20 Uhr, Fr 8–15 Uhr; getragen von Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz0800 123 99 00
- TelefonSeelsorgekostenlos, anonym, rund um die Uhr; auf Deutsch0800 111 0 111